Die richtige Kamera

1. Die Situation

Der inzwischen sehr große Markt der digitalen Fotografie ist inzwischen riesig und entwickelt sich in einem rasanten Tempo. Die wichtigste Frage, die du dir VOR dem Kauf einer Kamera stellen solltest, ist, welchem späteren Einsatzzweck sie dienen soll.

Geht es dir nur um schöne Urlaubsfotos ? Dann reicht sicherlich eine kleinere Kompaktkamera oder sogar das Smartphone aus. Wer aber seine Leidenschaft zur Fotografie entdeckt hat und auch bereit ist auch mal ein etwas umfangreicheres Equipment mit sich rum zu tragen, der ist sicherlich mit einer Spiegelreflex (DSLR)- oder Systemkamera (spiegellos) besser bedient.

Ein Tip noch vorab:
Wenn du dich für die Merkmale entschieden hast, die deine Kamera unbedingt haben sollte, dann schau doch einfach mal nach den Testsiegern von vor 1-2 Jahren.. die sind sicherlich günstiger zu bekommen und sind für dich wahrscheinlich immer noch passend. Denn machen wir uns nichts vor: Auf dem immer aktuellen technischen Stand zu bleiben wirst du in dieser schnelllebigen Zeit nicht schaffen!

2. Die Technik

Die technischen Merkmale einer Kamera werden immer häufiger für den Kauf herangezogen.. immer mehr Speicher, mehr Megapixel, mehr Brennweite.. das ist für viele inzwischen das Maß der Dinge. Aber es gilt auch heute noch: Der Mensch hinter der Kamera macht das Bild – die Kamera soll dich nur dabei unterstützen! Aber dennoch möchte ich dir ein paar wichtige Dinge ans Herz legen:

Auflösung bzw. Megapixel

Oftmals wird dieser Wert immer wieder bei Kamera beworben.. je mehr dest besser. Das ist aber nicht ganz richtig. Die Anzahl der Megapixel bestimmt zwar die Auflösung des Bildes, aber diese ist nicht allein für die Bildqualität entscheidend. Die Megapixelangabe entscheidet darüber, wie groß du dein Bild später ausdrucken kannst, bevor sie unscharf werden. Wenn du sowieso nur vor hast, deine Fotos in Postkartengröße auszudrucken oder deine Bilder im Internet zu verwenden, dann kannst du diese Maßeinheit getrost vernachlässigen. Da reichen dir 12 Megapixel garantiert aus.

Wenn du allerdings Wert auf spätere Bildausschnitte aus deinen Fotos legst, dann sollten es schon ein wenig mehr Megapixel sein. Aber auch hier muß man beachten, dass bei kleineren Sensoren und hoher Megapixelanzahl die Fotos leicht zu einem „Rauschen“ neigen (stell dir vor es wären 100 Leute in einem Bus.. das ist auch nicht immer gut, wenn es sich um einen kleinen Bud handelt). Außerdem gibt es für 60 Megapixel kaum Objektive, die diese Auflösung überhaupt darstellen können.

Ich selbst fotografiere mit einer 24-Megapixel-Vollformatkamera und habe schon großflächige Plakate damit ausgedruckt (ohne Verlust)..

Der Sensor

Sensoren (also das Teil in der Kamera, worauf das Licht fällt) gibt es in unterschiedlichen Größen (siehe Bild). Hier setze ich dieses Mal auf „je größer, desto besser“. Daher fiel meine Wahl auch auf den Vollformatsensor. Allerdings ist das preislich auch immer eine Herausforderung und lohnt sich nur für ambitionierte Hobbyfotografen. Wenn allerdings Geld keine Rolle spielt, dann ist das immer meine erste Wahl.

Sensor

DSLR oder Spiegellos (Systemkamera)?

Auch diese Frage ist eine Glaubens- und Preisfrage. Obwohl man die Preisfrage schon wieder vernachlässigen kann, da es inzwischen sehr gute und preiswerte Systemkameras gibt (wie z.B. die Sony Alpha 6000 und Nachfolgemodelle).

Ich selbst bin inzwischen bei den spiegellosen Kameras angekommen, da für mich die Vorteile (z.B. keine Vibrationen durch hochklappen des Spiegels spürbar) den Nachteilen (z.B. höherer Stromverbrauch durch elektronischen Sucher) überwiegen.

Die Objektive

Ein weiteres Kaufkriterium wäre der jeweils angebotene Objektivpark. Gibt es ausreichend Angebote mit verschiedenen Brennweiten (Weitwinkel-, Normal-, Teleobjektive)? Gibt es auch lichtstarke Objektive im Portfolio des Herstellers? Werden auch Objektive von Fremdherstellern angeboten (Sigma, Tamron, Tokina etc.)?

Das Objektiv ist und bleibt das entscheidende Element an jeder Kamera. Objektive haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Bildqualität – das solltest du nicht unterschätzen! Natürlich gibt es auch hier einen Haken: Je besser die Qualität, desto höher der Preis (aber das dachtest du dir ja, oder?).

Auch hier solltest du nicht EIN Objektiv nehmen, das alles kann. Denn die „eierlegende Wollmilchsau“ gibt es auch hier nicht. Entscheide dich vorher, was du fotografieren möchtest und schaffe dir dann das passende Objektiv an. Sind es Landschaftsfotos? Dann bist du mit einem Weitwinkelobjektiv gut bedient. Sind es eher Tiere im Zoo? Dann kommst du um ein großes Teleobjektiv nicht herum. Fotografierst du eher in lichtschwachen Umgebungen? Dann wird sicherlich die Lichtstärke des Objektivs eine Rolle spielen.

objektiv

Speicher und Speicherkarten

Der interne Speicher ist wichtig, wenn du viel Serienaufnahmen machst (z.B. bei Sportevents o.ä.). Denn die Kamera füllt erst den internen Speicher bevor sie die Bilder auf die Karte schreibt. Und ist der interne Speicher zu klein, dann ist nach ein paar Sekunden erstmal Schluß mit fotografieren, da die Kamera einige Zeit braucht, um die Fotos vom internen Speicher auf die Karte zu schieben. Natürlich hängt das auch alles von der eingestellten Bildqualität (Bildgröße) und der Schreibgeschwindigkeit der Speicherkarte ab.

Mein Tip ist aber, die Bilder in der Kamera immer mit der größtmöglichen Qualität zu speichern. SD oder SDHA Speicherkarten kosten heute nicht mehr viel und sind in Kapazitäten bis 2 GB erhältlich.. das sollte für einen Fotoausflug locker reichen. Ansonsten geht der Trend auch zu Zweit- oder Drittkarten.

Das Display

Auch das Display ist für mich inzwischen zu einem Kaufkriterium geworden. Da die Fotos nach dem Erstellen ja uf dem Display betrachtet werden können (müssen), sollte das Display eine angenehme Größe haben (3″ wären schon super). Hier ist auch eine hohe Auflösung wünschenswert (ihr habt ja beim TV zu Hause auch schon mindestens FullHD, oder?).

Wenn dann das Display noch dreh-, schwenk- oder kippbar ist, dann ist das um so besser.

schwenkdisplay

Die Video-Funktionen

Eine weitere, inzwischen in fast jeder digitalen Kamera anzutreffende Eigenschaft, ist die Möglichkeit auch digitale Videoaufnahmen zu erstellen. Auch die Sprachaufnahme ist in vielen Kameras möglich. So werden Digitalkameras immer mehr zum Allrounder, wobei sie vor allen Dingen im preiswerteren Bereich, dann nicht mit allen Funktionen gleichermaßen gut arbeiten, aber manchmal durchaus nützliche Dienste leisten können. 

Aber richtig gute Videofunktionen bieten meist auch nur die richtig teueren Kameras. Daher wäre diese Funktion für mich kein Kaufkriterium (es sei denn ich will professionelle Videos und Fotos mehr oder weniger gleichzeitig machen).

Verfügbares Zubehör

Zum Fotografieren gehört mehr als nur die Kamera und ein Objektiv. Daher sollte für den gewünschten Kameratyp ausreichen Zubehör (auch von Fremdherstellern) angeboten werden. Wichtiges Zubehör für mich wären:

– Stativ
– Rucksack oder Tasche
– Filter (ND-, Grauverlaufs- und Polfilter)
– externe Blitzgeräte
– Kabel-Fernausloser mit Arretierungsfunktion
– Ersatz-Speicherkarte(n)
– Ersatz-Akku(s)

Sonstige Überlegungen

Wer bereits unterwegs seine Bilder auf sein Smartphone oder Tablett übertragen möchte, sollte darauf achten, dass die Kamera über eine Wlan- oder Bluetooth-Verbindung verfügt.

Wenn du deine Bilder zu Hause nachbearbeiten möchtest, wäre es vielleicht auch wichtig, darauf zu achten, das dein Kamerahersteller bereits beim Kauf eine entsprechende Software zur Bildbearbeitung mitliefert. Obwohl.. wer einmal mit Lightroom oder Photoshop gearbeitet hat, der möchte wahrscheinlich nichts anderes mehr bedienen. Aber der Abopreis von ca. 12 Euro schreckt viele noch ab. Doch es gibt auch tw. kostenlose Alternativen.

Fazit

FAZIT

Auch wenn du dir im Vorfeld schon über den Typ deiner Wunsch-Kamera im Klaren bist, solltest du dich vor dem Kauf gut informieren, sowohl was den Stand der Technik angeht, als auch die Verwendung von Zubehör, wie zum Beispiel Akku, Batterie, Speicherkarte oder gegebenenfalls Wechselobjektive. Ein weiteres wichtiges Kaufkriterium ist auch, ob dir die Menüführung und die Einstellungsmöglichkeiten an der Kamera zusagen. Denn die einfache Bedienung sollte trotz aller zusätzlichen Möglichkeiten immer schnell zu finden sein, außer du bist besonders technikbegeistert und liebst es möglichst viele Funktionen auszuprobieren. 

Auch das zur Verfügung stehende Budget spielt natürlich eine Große Rolle. Aber bitte spare nicht am falschen Ende, denn auch ich hab am Anfang den Fehler gemacht und musste mir dann den Spruch „Wer billig kauft, kauft zweimal“ anhören..

TIP:
Wähle für dich wichtige Funktionen aus, schreibe sie auf ein Blatt Papier und suche nach diesen Kriterien deine Kamera / dein Equipment aus!

Wenn du noch Fragen hast, dann schreib mich doch einfach an !

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