On the Road – Der Start

on the road

Wie bereits in meinem Beitrag „Rückblick 2020“ erwähnt, war unser Ziel, dass wir künftig unsere Urlaube und auch Fototouren flexibel gestalten wollten.

Die Überlegungen

Ausschlag gebend war es, dass wir auch kurzfristig auf Tour gehen wollen, ohne lange vorab Unterkünfte buchen zu müssen. Immer im eigenen Bett schlafen zu können und auch ein Klo mit an Bord zu haben waren dabei einige unserer Bedingungen. Daher kamen wir zu dem Entschluss, dass ein Wohnmobil eine gute Alternative für uns sein könnte.

Doch bevor wir uns auf die Suche nach einem passenden Gefährt machen, wollten wir erstmal ausprobieren, ob der Urlaub/das Arbeiten im Wohnmobil uns beiden auch zusagt. Denn wer kauft schon gerne die Katze im Sack? Also haben wir uns für 2 Wochen ein kleineres Wohnmobil gemietet und eine Tour an die Mosel geplant. Ende August ging es dann los.

Lange Rede – kurzer Sinn:
Der Urlaub war einfach toll und sehr entspannt. Der Vorteil war wirklich, dass wir mit so einem Gefährt auch auf kleineren Stellplätzen stehen konnten und nicht ständig auf den wesentlich teureren Campingplätzen angewiesen waren. Als Vergleich: Der günstigste Stellplatz (inkl. Strom etc.) lag bei 8 Euro, der teuerste Campingplatz bei 45 Euro pro Nacht!

Allerdings sind uns auch Dinge aufgefallen, die wir als nicht optimal erachtet haben:

  1. Man hat nur ein Fahrzeug zur Verfügung
    D.h. – wenn man erstmal auf einem Platz steht, verlässt man diesen nicht, um nur einen Tagesausflug zu machen. Zum Abbauen und verstauen der ganzen Gegenstände war ich meist zu bequem. Fahrräder konnten wir auch nicht nutzen, da unser Hund nicht am Fahrrad laufen kann.
  2. Auch in Orten mit kleinen, engen Straßen ist das Fahren mit so einem Wohnmobil nur eingeschränkt oder gar nicht möglich.
  3. zu Hause braucht man dann immer ein Zweitfahrzeug, da ich mit einem Wohnmobil nicht täglich einkaufen fahren möchte. Damit müssen dann zwei Fahrzeuge unterhalten werden.
  4. Wenn der Motor des Wohnmobils mal den Geist aufgibt, dann muß man im schlimmsten Fall das gesamte Gefährt austauschen. Und wenn du dich schon mal mit den Preisen für Wohnmobile auseinander gesetzt hast, dann weißt du, worüber wir reden!

Auf unserer Tour entdeckten wir dann auf einem Parkplatz „zufällig“ eine Lösung, an die wir noch nicht gedacht hatten. Einen Pickup mit einer Aufsatz-Wohnkabine.

Damit wären alle unsere Bedenken auf einen Schlag beiseite gewischt. Also haben wir uns bereits auf unserer WoMo-Tour mit diesem Thema ausgiebig auseinander gesetzt. Die verschiedenen Hersteller von Fahrzeug und Kabine wurden verglichen. Schnell stand dann fest, welche Kombi es werden sollte.

Unsere Wunsch-Kombi

Beim Fahrzeug haben wir uns für einen Ford Ranger oder einen Nissan Navara entschieden. Bei der Kabine schwankten wir zwischen dem Hersteller Nordstar oder Tischer. Bei beiden Herstellern haben wir das Werk besucht, um uns die verschiedenen Wohnkabinen/Modelle anzuschauen.

Die Suche

Danach waren wir uns einig, dass eine Neukabine samt Neufahrzeug finanziell eher nicht in Frage kommt. Also haben wir uns auf die Suche nach einer gebrauchten Kombi gemacht. Das stellte sich als nicht so einfach heraus, da der Markt in Zeiten von Corona wie leergefegt erschien.

Wir sind dann auch tw. 1500km gefahren, um uns eine angebotene Kabine (in Österreich) anzuschauen, um dann festzustellen, das die Kabine nicht so war, wie im Angebot beschrieben. Aber wir haben nicht aufgegeben. Ende September haben wir dann eine Anzeige gelesen, die sehr vielversprechend war. Also ein weiteres Mal auf den Weg gemacht (dieses Mal aber „nur“ 500 km). Bei einer Besichtigung waren wir uns dann auch sehr schnell einig: Diese Kombi war einfach ideal für uns und sogar noch besser ausgestattet, als gedacht. Schnell wurden wir uns mit dem Verkäufer einig – frei nach dem Motto: 3..2..1..meins

Der Nissan Navara samt Tischer 260SD war unser!

Worauf wir geachtet haben:

Fahrzeug:
– genügend PS
– wenige Kilometer auf dem Tacho
– Luftfederung
– Rahmenverstärkung
– Auflastung auf 3,5t
– Laderaumbeschichtung
– Haltepunkte für die Kabine

Darüber hinaus waren noch viele Features verbaut, die uns zwar nicht so wichtig waren, die aber im Nachhinein sehr viel Sinn machen, wie z.B. Druckluftfedern für die Motorhaube, zusätzliche 4-Stufen-Stoßdämpfer hinten, Winterreifen auf Schwerlastfelgen, Heckklappe mit Zentralverriegelung, Laderaumabdeckung

Kabine:
– Seiteneinstig
– Markise
– Toilette/Dusche an Board
– Solaranlage
– Spannungswandler
– 2. Batterie

Auch hier waren viele nützliche Dinge „on Top“, die wir sicherlich noch zu schätzen wissen, wie z.B. Außendusche, Fach für 3 Gasflaschen (5l) mit integrierten Crash-Sensor, digitale Anzeigen für Wasser und Heizung, TV und DBVT-Antenne, Rückfahrkamera uvm.

Nachdem wir das Gespann nun auch angemeldet haben (läuft als LKW und ist damit sehr günstig vom Steuerbetrag (ca. 210 Euro)), konnten wir das Fahrzeug 2 Wochen später dann in Empfang nehmen. Wichtig bei der Versicherung ist es, dass auch die Kabine im abgesetzten Zustand mit versichert ist. Hier hat uns Andreas Schwarz sehr weitergeholfen, da er sich mit Wohnmobilen und Versicherungen gleichermaßen sehr gut auskennt (Vollkasko kostet uns insgesamt ca. 720 Euro pro Jahr inkl. Fahrerversicherung etc.).

Wie es weiter geht und welche Umbauten wir selbst noch vorgenommen haben, kannst du in dieser Rubrik (on the road) und im nächsten Beitrag „Der Pickup und die Wohnkabine“ weiter verfolgen.

Liebe Grüße
Frank

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.